Was konnten sie tun? Widerstand und Kurt Jooss in Wasseralfingen


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Ein Ort der Erinnerung, der Haltung sichtbar macht
Die Ausstellung Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939 – 1945 bringt in der Museumsgalerie im Bürgerhaus Wasseralfingen eindringlich nahe, wie vielfältig Widerstand im Alltag, in der Politik, in der Kunst und im persönlichen Handeln aussehen konnte. Der Sonderteil zu Kurt Jooss verbindet lokale Geschichte mit internationaler Tanz- und Kulturgeschichte und öffnet den Blick auf ein Kunsterlebnis, das ebenso historisch wie bewegend ist.
Widerstand als menschliche Entscheidung
Im Mittelpunkt steht die Frage, was Menschen unter den Bedingungen der Diktatur tun konnten. Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zeigt unterschiedliche Formen des Widerstands gegen das NS-Regime: das Weitergeben verbotener Informationen, das Drucken und Verteilen von Flugblättern, Hilfe für Verfolgte sowie den mutigen Versuch, die Herrschaft Hitlers zu stürzen. Gerade diese Vielfalt macht die Ausstellung zu einer intensiven Werkbetrachtung historischer Zivilcourage.
Kurt Jooss: Tanz, Exil und künstlerische Integrität
Der Sonderteil widmet sich dem aus Wasseralfingen stammenden Choreografen Kurt Jooss. Als die Nationalsozialisten von ihm die Entlassung jüdischer Mitarbeiter verlangten, verließ er mit seinem Ensemble Deutschland und setzte seine Arbeit im Exil fort. Jooss gilt als eine prägende Figur des modernen Tanzes; sein Name ist eng mit der anti-kriegerischen Choreografie Der grüne Tisch verbunden. In der Ausstellung erscheint er nicht nur als Künstler, sondern als Persönlichkeit mit Haltung.
Die Museumsgalerie als Raum der ästhetischen Erfahrung
Die Museumsgalerie im Bürgerhaus Wasseralfingen bietet dafür einen passenden Rahmen. Der Ort verbindet regionale Kunstvermittlung mit Ortsgeschichte und schafft eine ruhige, konzentrierte Ausstellungsatmosphäre. Besucherinnen und Besucher begegnen hier einem Thema, das nicht auf Distanz setzt, sondern auf Erkenntnis, Empathie und kulturelle Bildung.
Begleitprogramm und Besuchsanlass
Zur Ausstellung gehört am 27. Oktober ein Filmabend in Kooperation mit dem Kino am Kocher: Kurt Jooss, Der Grüne Tisch wird dort gezeigt. Solche ergänzenden Formate vertiefen das Kunsterlebnis und machen deutlich, dass Ausstellung, Film und Erinnerungskultur hier sinnvoll ineinandergreifen. Der Eintritt ist frei, auf Spendenbasis.
Fazit
Wer sich für Zeitgeschichte, Widerstand, Tanzgeschichte und kulturelle Bildung interessiert, findet hier eine Ausstellung von großer geistiger Dichte. Sie fordert nicht nur zum Sehen, sondern zum Nachdenken heraus. Ein Besuch lohnt sich unbedingt, weil diese Schau Geschichte nicht verwaltet, sondern lebendig erfahrbar macht.
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