Ausstellung über Widerstand und Kurt Jooss im Bürgerhaus Wasseralfingen


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Mut, Erinnerung und ein Ort gelebter Zivilcourage in Wasseralfingen
Die Ausstellung Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939–1945 bringt ein zentrales Kapitel deutscher Zeitgeschichte in die Museumsgalerie im Bürgerhaus Wasseralfingen. Im Fokus stehen Menschen, die unter den Bedingungen der Diktatur Handlungsspielräume suchten, Verantwortung übernahmen und Widerstand auf sehr unterschiedliche Weise leisteten. Ein Sonderteil würdigt den aus Wasseralfingen stammenden Choreografen Kurt Jooss, dessen Biografie das Spannungsfeld von Kunst, Exil und moralischer Haltung exemplarisch sichtbar macht.
Ein Kunsterlebnis zwischen Geschichte und Gegenwart
Die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand eröffnet keinen distanzierten Blick, sondern eine konzentrierte Werkbetrachtung historischer Erfahrung. Dokumente, Lebenswege und Kontexttafeln machen deutlich, wie vielschichtig Widerstand sein konnte: Flugblätter, Hilfe für Verfolgte, stille Verweigerung oder der Versuch, das Regime zu stürzen. Gerade im musealen Raum entfaltet dieses Thema eine eindringliche Ausstellungsatmosphäre, die Wissen, Empathie und Reflexion verbindet.
Kurt Jooss: Tanz, Exil und Haltung
Der Sonderteil zu Kurt Jooss verankert die Ausstellung in Wasseralfingen selbst. Jooss gilt als eine Schlüsselfigur des modernen Tanzes und als Mitbegründer der Folkwangschule für Musik, Tanz, Sprechen. Seine internationale Karriere begann früh, doch die nationalsozialistische Kulturpolitik zwang ihn 1933 ins Exil. Dass er sich weigerte, ohne seine jüdischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzuarbeiten, verleiht seiner Biografie eine besondere ethische Strahlkraft. Der Verweis auf seinen berühmten Grünen Tisch öffnet zugleich den Blick auf Tanz als politische Kunstform.
Ein Lernort für Schulen, Familien und kulturhistorisch Interessierte
Das Begleitprogramm erweitert die Ausstellung um museumspädagogische Perspektiven. Lehrkräfte erhalten didaktische Unterstützung, Schülerinnen und Schüler können zu Ausstellungs-Guides ausgebildet werden. So wird aus der Schau ein Lernort kultureller Bildung, an dem historische Urteilskraft und demokratische Verantwortung zusammenfinden. Ergänzend verknüpfen Film, Theater und Workshops das Thema mit aktuellen Fragen von Zivilcourage, Antisemitismus und Diskriminierung.
Ort, Atmosphäre und Besuchserlebnis
Die Museumsgalerie im Bürgerhaus Wasseralfingen verbindet regionale Kunst, Ortsgeschichte und Sonderausstellungen in einem kompakten, gut zugänglichen Rahmen. Der Besuch lässt sich als ruhige, konzentrierte Kunst- und Geschichtserfahrung planen. Wer sich auf die Ausstellung einlässt, begegnet nicht nur Fakten, sondern einer ebenso leisen wie eindringlichen Erinnerungskultur, die den Blick auf Gegenwart und Verantwortung schärft.
Fazit: Diese Ausstellung zeigt, wie mutig Menschen unter Unrecht handeln konnten und wie eng Kunst, Gewissen und Geschichte miteinander verbunden sind. Wer sich für Zeitgeschichte, Widerstand und die Biografie Kurt Jooss interessiert, sollte diese Schau in Wasseralfingen unbedingt live erleben.
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