Rudolf Haegele zum 100. Geburtstag in der Galerie im Rathaus Aalen


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Rudolf Haegele zum 100. Geburtstag: Malerei zwischen Revolte und Liebe zur Welt
Die Galerie im Rathaus Aalen würdigt den Maler, Grafiker und Glasgestalter Rudolf Haegele mit einer pointierten Schau zum 100. Geburtstag. In konzentrierten Werkgruppen entfaltet sich ein Kunsterlebnis, das zwischen expressiver Geste, mythologischen Chiffren und kulturgeschichtlichen Bezügen oszilliert. Eine Einladung zur Werkbetrachtung und ästhetischen Erfahrung in einer lichtdurchfluteten Ausstellungsatmosphäre.
Biografie und kunsthistorische Einordnung
Rudolf Haegele, 1926 geboren und 1998 verstorben, prägte über Jahrzehnte die süddeutsche Kunstszene. 1965 als Professor für Malerei an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart berufen, leitete er dort bis 1992 eine Klasse, die handwerkliche Präzision mit bildnerischer Freiheit verband. 1968 stand er der Stuttgarter Sezession vor – ein Zeichen seiner Autorität im Diskurs um Kunstrichtung, Epoche und zeitgenössische Kuration.
Malerei als Palimpsest: Materialien, Farben, Raumwirkung
Haegeles Bilder verdichten Mischtechniken auf Leinwand und Platte zu haptischen Oberflächen. Lasierende Farbfelder schichten sich über grafische Eingriffe, Risse und Spuren – die Malerei erscheint als Palimpsest. Erdige Ocker- und Rosttöne treten neben kraftvolle Schwarzachsen; Linienbündel schneiden in Farbfelder und öffnen den Raum. Die Werkbetrachtung lässt körperliche Energie, Zeitlagerungen und Verletzbarkeit spürbar werden.
Motivfelder: Mythos, Geschichte, Topografie
Leitmotive kreisen um Mythologie und Erinnerung. Titel wie 'Palimpsest Volterra' (1981) oder 'Mänaden' (1977) rufen mediterrane Kulturorte und antike Figuren auf; Werke wie 'Hohenasperg (In memoriam C. F. D. Schubart)' (1990) verknüpfen Landesgeschichte mit künstlerischer Reflexion. Die Serie 'Palimpsest' verdichtet Geschichte, Landschaft und Schriftspur zur existenziellen Topografie.
Glas und Licht: Sakrale Räume als Resonanzkörper
Neben der Malerei gestaltete Haegele Glasfenster für kirchliche und kommunale Räume im süddeutschen Raum. Farbige Lichtbahnen, Bleiruten und transparente Zonen übersetzen seine malerischen Prinzipien in Raumzeichnungen aus Licht – ein transmediales Kontinuum von Malerei, Skulptur und Installation im architektonischen Kontext.
Museumspädagogik: sehen, lesen, deuten
Die Ausstellung eignet sich für geführte Werkgespräche, Schulklassen und kunstinteressierte Gruppen. Begriffe wie Chiaroscuro, Bildträger, Schichtung und Ikonografie werden anschaulich. Besucher schulen ihre Wahrnehmung zwischen Detailbeobachtung der Materialhaut und Analyse der Komposition.
Fazit
Diese Retrospektive zeigt Haegele als sensiblen Konstrukteur von Farbe, Form und Zeit. Wer die Ausstellung besucht, erlebt dichte Malerei, die intellektuell fordert und emotional trägt. Ein Termin für alle, die Kunstgeschichte lebendig, sinnlich und diskursiv erfahren möchten.
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