Rudolf Haegele zum 100. in der Galerie im Rathaus Aalen


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Rudolf Haegele zum 100.: Palimpseste, Licht und Erinnerungszeichen
Die Galerie im Rathaus Aalen widmet Rudolf Haegele eine pointiert kuratierte Ausstellung zum 100. Geburtstag. Das Kunsterlebnis führt in eine Ausstellungsatmosphäre zwischen Malerei und Glasgestaltung, in der Schriftspuren, erdige Farbfelder und materialreiche Schichtungen zu einer dichten Werkbetrachtung werden.
Vielschichtige Malerei: Palimpseste als Bilddenken
Charakteristisch für Haegele sind Mischtechniken mit Farbe und Putz. In dünn und dick gesetzten Schichten, teils abgeschabt, öffnen sich Felder wie palimpsestartige Oberflächen. Verborgene Zeichen, Wörter und Fragmente treten hervor; die Farben changieren von Ocker und Umbra bis zu tiefem Rot. Diese Werke verbinden informelle Malerei, Spurensicherung und kulturelles Gedächtnis zu einer ästhetischen Erfahrung, die Raumwirkung und Materialität gleichermaßen betont.
Glasfenster und Lichtregie
Als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart prägte Haegele Generationen – zugleich schuf er zahlreiche Glasfenster für kommunale und sakrale Räume im süddeutschen Raum. In seinen Verglasungen wird Licht zum Baustoff der Kunst. Farbbänder, Bleiruten und transluzide Flächen entwickeln eine liturgisch-architektonische Bildsprache, die Tageszeiten spürbar macht und den Raum choreografiert.
Kunsthistorische Einordnung und Kuratierung
Haegele verknüpft Nachkriegsmalerei, Informel und eine bildnerische Schriftästhetik mit Themen der Erinnerungskultur. Die Kuratierung akzentuiert motivische Serien wie Palimpseste, mythische Anklänge und Zeitzeugnisse; sie legt Bezüge zu Glasmalerei und Atelierpraxis offen. Werkgruppen wie Triptychen, großformatige Leinwände und strukturierte Tafeln verdeutlichen, wie Form, Material und Ikonografie zusammenwirken.
Bildung und Vermittlung
Die Ausstellung eignet sich hervorragend für Kunstvermittlung: Materialspur, Schichtung, Typografie im Bild – all das macht künstlerische Prozesse anschaulich. Für Schulklassen und Gruppen empfiehlt sich ein Besuch mit Fokus auf Komposition, Farbdramaturgie und die Beziehung von Bildträger und Raum.
Fazit: Diese Retrospektive macht sichtbar, wie Haegele Farbe, Putz und Licht zu einer poetischen Archäologie der Zeichen verdichtet. Wer Malerei als Denkraum erleben will, findet hier eine konzentrierte, sinnliche und kulturgeschichtlich fundierte Begegnung – unbedingt live ansehen.
Offizielle Kanäle von Rudolf Haegele:
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- Facebook: Kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.rudolf-haegele.de/










