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Brückenbau zwischen Ulm und Neu-Ulm

Gänstorbrücke: „Hochzeit“ der Brückenteile verschiebt sich erneut

Der Einhub der letzten Stahlteile für die neue Gänstorbrücke in Ulm verzögert sich erneut. Für das 53-Millionen-Euro-Projekt ist der Schritt dennoch zentral: Erst nach dem Schließen der Lücke auf der westlichen Brückenseite kann die Teilinbetriebnahme Anfang September vorbereitet werden. Der Abschluss des Gesamtvorhabens ist weiterhin für Ende 2027 geplant.

Die Verbindung der neuen Brückenteile ist nun für die Nacht von Donnerstag auf Freitag angesetzt. Es ist bereits die dritte Terminplanung in kurzer Folge. Zuvor war der Einhub zwei Mal verschoben worden – zunächst wegen einer geänderten Schwertransportgenehmigung im Pfingstverkehr, anschließend wegen Verzögerungen auf der Transportstrecke.

Warum die Aktion erneut nach hinten rutscht

Bei der anstehenden „Hochzeit“ wird die verbleibende Lücke zwischen zwei Bauabschnitten erstmals geschlossen – in Ulm betrifft das jetzt die westliche Seite. Dafür werden vier vorgefertigte Stahlelemente per Schwertransport nach Ulm gebracht; jedes Teil wiegt bis zu 40 Tonnen. Die Bauteile sind in Krakau gefertigt worden und müssen in einem eng getakteten Zeitfenster ankommen, weil Kräne, Sperrzeiten und Montagekolonnen aufeinander abgestimmt sind.

Die erste Verschiebung hing nach Aussage von Projektleiter Timo Roth mit einer Anpassung der Transportgenehmigung zusammen: Wegen des hohen Verkehrsaufkommens rund um Pfingsten sei die Genehmigung geändert worden. Danach kam es zu einer weiteren Verzögerung, weil der Schwertransport bei Görlitz in einer Baustelle festhing und die Passage nur mit einem zusätzlichen Begleitfahrzeug möglich gewesen sei, das ursprünglich nicht eingeplant war.

Nach aktuellem Stand sollen die Transporte erst in den frühen Morgenstunden des Donnerstags in Ulm eintreffen. Damit ist der ursprüngliche Einhubtermin nicht mehr zu halten. Als Reserve ist die Nacht von Freitag auf Samstag eingeplant.

Nächtliche Sperrungen: Umleitungen, aber Geh- und Radweg bleibt offen

Mit dem Einhub sind mehrere nächtliche Vollsperrungen verbunden. In den Nächten von Mittwoch, Donnerstag und Freitag wird die Gänstorbrücke jeweils von 21.00 bis 5.00 Uhr für den Kfz-Verkehr komplett gesperrt. Die Umleitung führt über die Herdbrücke und die Adenauerbrücke; ausgeschilderte Routen sollen den Verkehr aufnehmen, solange die Arbeiten laufen. Der Geh- und Radweg bleibt geöffnet.

Die Stadt Ulm hatte die nächtlichen Sperrfenster für den Einhub der letzten Stahlteile der westlichen Brückenseite bereits angekündigt und begleitet die Arbeiten unter anderem mit einem Livestream. Vor Ort lässt sich der Fortschritt ebenfalls beobachten – die Montage ist von der bisherigen Brücke aus gut einsehbar, wie Projektleiter Roth sagte.

Warum die Westseite nur ein Meilenstein ist – und warum er trotzdem zählt

Mit der „Hochzeit“ ist der neue Abschnitt noch nicht fahrbereit. Nach dem Einhub müssen die Elemente zunächst fixiert und verschweißt werden; anschließend folgen weitere Arbeiten bis hin zum Fahrbahnbelag. Erst Anfang September soll der Verkehr erstmals über die neue westliche Brückenhälfte rollen.

Organisatorisch ist dieser Schritt entscheidend, weil er den Wechsel in die nächste Projektphase ermöglicht: Nach der Teilinbetriebnahme soll die alte östliche Brückenseite abgerissen und anschließend neu gebaut werden. Das erklärt, warum selbst eine kurzfristige Verzögerung beim Schwertransport spürbare Folgen haben kann – in dieser Bauphase hängt der Terminplan besonders stark an Logistik, Genehmigungen und dem reibungslosen Zusammenspiel vieler Beteiligter.

Die Gesamtkosten beziffert die Stadt Ulm auf 53 Millionen Euro. Ulm und Neu-Ulm tragen die Finanzierung hälftig; hinzu kommt eine Förderung des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 11 Millionen Euro. Auch deshalb wird der aktuelle Einhub nicht nur als technischer Arbeitsschritt bewertet, sondern als Schlüsseltermin auf dem Weg zur Teilfreigabe im September und zum Projektabschluss Ende 2027.

Häufig gestellte Fragen

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